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MarLeo Rewind | Nina und Philipp blicken zurück

Nina Zaborowski hat den letzten MarLeo 2016 mit Bravour gewonnen - Philipp Artmann war vielumjubelter Sieger im Jahr 2014. Seitdem ist schon etwas Zeit vergangen. Wie bewerten die beiden im Rückblick Ihre damalige Bewerbung und den Erfolg? Was ist von dem Wettbewerb heute noch haften geblieben? Wie ist die musikalisch, künstlerische Entwicklung verlaufen und was sind die Pläne der beiden? Peter Gesser vom Lions Club Marl-im-Revier interviewte die beiden jungen Künstler.

Philipp Artmann

Philipp Artmann steht für deutschsprachigen "Singer-Songwriter-Reggae" mit Worten, die vom Leben erzählen. Mit der Akustikgitarre im Gepäck verteilt der Solo- Musiker aus Herten im Ruhrgebiet gute Laune im Ohrwurm-Format.

Seit 2010 ist Philipp Artmann mit seinem Akustik-Reggae-Projekt unterwegs. Neben der Musik wurde dabei vor allem die lockere, positive Bühnenpräsenz zu seinem Markenzeichen. Nach einer einjährigen, inspirierenden Reise durch Australien und Asien, erreichte er nach der Rückkehr den ersten Platz des MarLeo-Förderpreises für Jugendmusikkultur. Im Vorprogramm von Reggae- und Pop-Größen wie Gentleman, Jahcoustix und Thomas Godoj konnte der 28-jährige sein musikalisches Talent anschließend auch auf der ganz großen Bühne unter Beweis stellen.

Nina Zaborowski

Nina begann bereits im Alter von 5 Jahren mit dem Gesangunterricht. Bereits mit 15 Jahren hat sie auf großen und kleinen Bühnen im In- und Ausland gestanden. So tourte sie mit der EKS Big Band durch England und Griechenland. Sie sang bei diversen Musicals mit und tourt regelmäßig für verschiedene Produktionen von Chris Kramer durch NRW.

Im Jahr 2016 gewann Nina den Musikpreis Marleo und trat in diesem Zusammenhang mit der jBM Big Band im vollen Theater der Stadt Marl auf.

Mit der Band Fatpack feierte Nina auch auf großen Bühnen erste Erfolge. So trat Sie mit der Band bei der Extraschicht und beim Haldenglühen auf.

Im Oktober 2018 erschien die erste EP rewind als erste Soloarbeit.

Mehr zu den beiden Künstlern

Philipp Artmann

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Nina Zaborowski

facebook | Fatpack | Video rewind

Mit Nina und Philipp im Gespräch

Peter: Philipp, Du hast 2013 den Wettbewerb gewonnen. Wie bist Du damals auf diesen Contest aufmerksam geworden?

Philipp: Wie in diesem Jahr auch, wurde der MarLeo 2013 auf den Monitoren in den Bussen der Vestischen beworben. Kurz vor Anmeldeschluss hatte ich die Anzeige dort während der Busfahrt entdeckt und hatte sofort Interesse, mich zu bewerben.

Peter: Bei Dir Nina war das zwei Jahre später etwas anders.

Nina: Ja, sicher. Ich wohne ja in Marl und da hier viel Werbung gemacht wurde, hatte ich schon frühzeitig von dem Wettbewerb gehört. Doch wirklich aufmerksam wurde ich erst, als mein Mentor Chris Krame, der auch Mitglied der Jury ist, mich informiert hatte.

Peter: Die Bewerbung hat damals wie heute die Einreichung eines Wettbewerbsbeitrages als erste Hürde gesetzt. Wie seit Ihr damals an diese Herausforderung herangegangen? Wie habt Ihr Euch produziert?

Nina: Als erstes habe ich mir Gedanken gemacht, welche Songs ich einschicken könnte. Dabei habe ich drauf geachtet, dass es Songs sind, bei denen ich mehrere Facetten zeige. Bevor ich sie abgeschickt habe, habe ich die Setliste mehreren Leuten vorgespielt, um somit mehrere Feedbacks zu haben. Letztendlich muss man natürlich selber zufrieden sein. Ansonsten kann ich sagen, dass ich wirklich sehr aufgeregt war. Aber genau das ist ja das Schöne. Solche Erfahrungen zu sammeln, hilft einem für die Zukunft.

Philipp: Seitdem ich mein Soloprojekt mache, nehme ich immer wieder selbst Songs auf eigene Faust auf. Damals war ich frisch von meiner einjährigen Australienreise zurück und habe anschließend zwei Lieder in der Gartenhütte meines Schwiegervaters aufgenommen. Ein weiterer Wettbewerbssong ist sogar in Australien in einem Oldtimer entstanden - mit dem Mikro am Rückspiegel. Es war quasi Glück, dass die Lieder gerade fertig und somit recht aktuell waren. So konnte ich mich noch auf den letzten Drücker bewerben.

Peter: Danach habt Ihr dann die Einladung zu den Auditions erhalten. Wie habt Ihr Euch darauf vorbereitet? Wie habt Ihr damals Eure Chancen eingeschätzt?

Philipp: Es fiel mir damals schwer, die Veranstaltung im Vorfeld einzuschätzen. Die anderen Künstler und auch die große Jury deckten ja ein unglaublich breites Spektrum der Musikgenres ab. Deshalb habe ich mir erstmal keine großen Gedanken gemacht, ob es am Ende tatsächlich klappen könnte. Es war mir aber wichtig, in meinen Beitrag sowohl Reggae-, als auch klassische Singer/Songwriter-Songs einfließen zu lassen, da beides ein Teil von mir ist - so habe ich damals die Songauswahl getroffen.

Nina: Als erstes habe ich mir Songs ausgesucht, die ich gerne singe und bei denen ich mich vor allem ausleben kann. Da ich schon ein paar Kontakte zu Musikern hatte, habe ich mir Leute gesucht, die mich begleiten und habe auch tolle Musiker gefunden. Bei den Proben wurde meine Vorfreude immer größer. Über meine Chancen habe ich mir nicht wirklich Gedanken gemacht - mir ging es von Anfang an darum, Erfahrungen zu sammeln, Spaß zu haben und einfach mal mitgemacht zu haben.

Peter: Damals standen ja acht Formationen mit einem Kurzproramm auf der Bühne. Wie habt Ihr damals den Ablauf, die Show der Audition empfunden? Was ist da bei Euch hängen geblieben?

Nina: Natürlich war ich aufgeregt und super neugierig. Als ich in den Backstage-Bereich gegangen bin, hörte ich schon die Gitarren klimpern, Leute haben gesungen und alle waren total freundlich. Bei der Show standen tolle Musiker auf der Bühne und es war interessant, so viele verschiedene Acts zu sehen. Bevor ich dran war, stieg die Aufregung natürlich. Aber als ich auf der Bühne stand, haben wir los gelegt und ich habe es einfach genossen, spielen zu dürfen. Und bei dem tollen Publikum hat es auch total Spaß gemacht. Und dann kam für mich die große Überraschung, als ich den Publikumspreis gewonnen habe. Ich hätte damit nicht gerechnet, war total überrascht und habe mich riesig gefreut.

Philipp: Das Programm war wie erwartet super abwechslungsreich. Ich war damals als Fünfter an der Reihe und somit direkt nach der Pause dran. An den genauen Ablauf des Abends kann ich mich leider nicht mehr erinnern, auch weil ich in der ersten Hälfte noch etwas in mich gegangen bin. Ich war aber baff, wie viele junge, sehr talentierte Menschen aus Marl und Umgebung sich auf der Bühne befanden. Und ich glaube, so ging es den meisten Leuten im Publikum.

Peter: Die Gala im Theater ist ja der feierliche Höhepunkt des MarLeos. Welches Bild habt Ihr aus dieser Veranstaltung heute noch im Kopf? Was ist nachhaltig hängen geblieben?

Philipp: Den Abend habe ich sehr genossen. Einerseits war es wirklich eine große Ehre, den ersten MarLeo überreicht zu bekommen. Andererseits ist mit meinem Auftritt mit der achtköpfigen Band, die ich eigentlich nur für diesen einen Auftritt zusammengesucht habe, ein riesiger Traum in Erfüllung gegangen. Zum ersten Mal hörten sich meine Lieder live so an, wie sie zuvor nur in meinem Kopf klangen. Leider waren wir Acht sogar fast eine Spur zu laut für das Theater. Ich bin aber immer noch begeistert, dass der Verleihung mit dem Theater Marl als Ausrichtungsort ein so großer und feierlicher Rahmen zugestanden wird. Da möchte man dann als Nachwuchskünstler einfach alles geben!

Das hat man auch an den tollen Performances von Jessica Trocha und Threepwood N Strings gesehen. Nach dem Auftritt waren alle in meiner Band dann voller Energie und wir sagten: "In dieser Konstellation machen wir jetzt weiter!" Das war für mich gleich der nächste große Gewinn.

Nina: Es war ein sehr schöner Tag, den ich mit Sicherheit nie vergessen werde. An dem Abend war ich mir sicher, dass ich den dritten Platz gemacht habe und meine Aufregung war eigentlich nicht groß. Viele tolle Musiker waren im Theater und was ich nie vergessen werde, war die tolle Begleitung vom JBM Orchester aus Marl. Es war auch schön sehen, was Marie Angerer und Radio Bart vorbereitet hatten. Ich war wirklich begeistert von dem kreativen Auftritt von Radio Bart und von den schönen eigenen Songs von Marie.

Als dann die Preisvergabe stattfand und beim dritten Platz mein Name nicht fiel, stieg meine Aufregung. Aber als mein Name beim zweiten Platz auch nicht genannt wurde, fiel mir wirklich die Kinnlade herunter und ich hatte richtige Freudentränen. Dieses Gefühl kann ich gar nicht beschreiben. Aber so gefreut habe ich mich zuvor wirklich noch nicht! Es war ein tolles Erlebnis, welches mir danach viele Türen geöffnet hat.

Peter: Die Jury urteilt ja nicht nur über die Qualität der musikalischen Beiträge. Sie sollte Euch ja auch unterstützen. Wie habt Ihr das damals erlebt? Wie hat Euch die Jury unterstützt oder vielleicht sogar gefördert?

Nina: Die Jury war wirklich super lieb. Bei den Vorbereitungen hatte man immer einen Ansprechpartner und man hat sich gut aufgehoben gefühlt. Da ich noch sehr jung war und auch immer noch bin, war vieles für mich Neuland. Ich wurde aber super an den Wettbewerb heran geführt und mir wurde auch immer Hilfe angeboten.

Philipp: Ich erinnere mich noch, dass es die ersten persönlichen Feedbacks der Jury noch am Abend der Auditions gab. Anschließend habe ich mich mit den Jurymitgliedern Tobias Dalhof und Bernd Westhoff getroffen. Es tat gut, dass sich auf einmal gestandene Musiker mit meinen Liedern auseinandersetzten und versuchten, mich aktiv weiterzubringen. Über Bernd hat sich dann die Möglichkeit ergeben, im Studio von Andreas Perk an meinen Songs zu arbeiten. Die beiden sowie Jurymitglied Sebastian Netz gehörten zudem ab der Gala zu meiner großen Band. Das heißt, ich stand plötzlich mit drei Vollprofis im Proberaum und auf der Bühne. Diese Zusammenarbeit war musikalisch aber auch menschlich für mich ein riesiger Schritt nach vorn.

Peter: Lasst uns einmal auf die Zeit nach dem MarLeo-Gewinn blicken. Wie habt Ihr Euch in der ersten Zeit musikalisch weiter entwickelt? Was hat Euch weiter gebracht? Wo hat Euch der MarLeo geholfen?

Philipp: Nach dem MarLeo haben sich vor allem durch die Band ganz neue Auftrittsdimensionen aufgetan. Wir spielten am 1. Mai auf dem Hügel in Recklinghausen, waren 2015 sogar Vorband von Gentleman. Das war einfach irre! Aber auch solo konnte ich zum Beispiel als Support von Thomas Godoj spielen. Beworben hatte ich mich dafür mit einem der MarLeo-Videos. Der MarLeo hat mir aber vor allem geholfen, mich selbst als Musiker ernst zu nehmen. Seitdem scheue ich nicht mehr zurück, mich auch als Musiker zu bezeichnen. Ich glaube, darin liegt eine große Stärke beim MarLeo: Die jungen Musiker werden in ihrer Kunst sehr ernst genommen.

Nina: Der MarLeo hat mir persönlich sehr viele Türen in der Musikwelt geöffnet. Ich habe heute meine eigene Band „Fatpack“ und mein eigenes Solo Projekt „ninazo“ . Ich schreibe eigene Songs, habe viele musikalische Projekte und es wurde mir ermöglicht, mein Hobby ausgiebig auszuleben. Vor kurzem erst habe ich meine erste eigene Single rausgebracht und freue mich auf weitere Produktionen. Abschließend kann ich jedem jungen Musiker raten, beim MarLeo mitzumachen. Die Zukunft und die musikalische Entwicklung werden extrem bereichert und man sammelt super viele Erfahrungen.

Peter: Natürlich darf die Frage nach Deinen Zukunftsplänen nicht fehlen. Wie geht es weiter bei Euch? Welche Projekte habt Ihr Euch vorgenommen, über die wir hier schon berichten dürfen?

Nina: Ich werde mit meiner Band Fatpack viele eigene Songs schreiben. Der nächste Schritt in meinem Leben wird meine Reise nach Australien sein. Ich werde ein Jahr dort leben, meine Englischkenntnisse verbessern und meinen Horizont erweitern. Da ich englisch singe und schreibe, wird dieses Jahr mit Sicherheit hilfreich, da ich danach die Sprache gut beherrschen werde und in meinen Texten tiefgründiger werden kann. So wird es mir leichter fallen, meine Songs zu schreiben und auch genau zu wissen, über was ich singe.

Natürlich möchte ich in Australien Musik machen und meine musikalische Reise weiterführen. Ich werde mit meiner Band „Fatpack“ und mit meinem eigenen Projekt „ninazo“ vorproduzieren. Und auch wenn ich am anderen Ende der Welt bin, wird man musikalisch von mir hören. Ich bin gespannt, was auf meinem musikalischen Weg noch so passiert und freue mich auf die Zukunft.

Philipp: Mittlerweile bin ich zweifacher Vater und stecke in den letzten Zügen meines Studiums. Da wird das Leben an sich phasenweise schon zu einem ziemlich großen Projekt. Musikalisch habe ich den Traum von einem richtig schön produzierten Album aber nicht aufgegeben. Im Moment nehme ich wieder richtig viel in meinem kleinen Homestudio auf und bin sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Ich würde mich freuen, all den Verwandten, Freunden und anderen lieben Leuten, die immer wieder auf den Konzerten auftauchen, endlich mal eine CD in die Hand drücken zu können.

Peter: Wir sehen Euch beide natürlich bei der Gala im Theater am 30.3.2019. Was darf das Publikum von Euch erwarten? Habt Ihr Euch schon Gedanken zu einem musikalischen Beitrag gemacht?

Philipp: Der Termin trifft sich so ziemlich genau mit der Abgabe meiner Masterarbeit. Ich fürchte, das Publikum darf also tiefe Augenringe und meine ersten grauen Haare erwarten. Aber ich plane natürlich nicht erst auf den letzten Drücker fertig zu werden. Sollten die Künstler im kommenden Jahr wieder mit einem großen Orchester auftreten, muss ich hier schon einmal meinen heimlich gehegten Wunsch äußern, auch einen Song mit diesen tollen Musikern spielen zu dürfen. Marie, Nina und Radio Bart in diesem orchestralen Format zu hören, war für mich 2016 das absolute Highlight der Gala! Da jagte bei mir eine Gänsehaut die nächste.

Nina: Ja wir haben uns schon ein paar Gedanken gemacht. Ich werde mit meiner Band Fatpack eigene Songs präsentieren und freue mich schon jetzt auf den Abend.

Peter: Euch beiden herzlichen Dank für dieses Interview... und ... wir sehen uns spätestens bei der Gala im März.

Februar/März 2018

Das Organisationsteam für den MarLeo 2018/2019 hat mit den ersten zwei Sitzung die Arbeit aufgenommen. Unterstützt wird das Team des Lions Club Marl-im-Revier von Tobias Dalhof (Betreuung Jury), Oliver Krajewski und Johannes Hemsing. Im Rahmen der ersten Besprechung wurde auch der Zeitplan für die Veranstaltungen abgestimmt und kleinere Modifizierungen bei den Wettbewerbsbedingungen vorgenommen.